Menden.Da wächst ein richtig dicker Brocken heran! Die HSG Menden-Lendringsen und der TV Menden-Schwitten wollen im Bereich des Handball-Nachwuchses gemeinsame Sache machen – und ab der Saison 2013/14 die JSG Menden Sauerland an den Start bringen.
Somit kommt es zum Zusammenschluss der jugendlichen Handballer aus den Reihen der größten heimischen Handball-Vereine. „Und wenn ich das richtig einschätze, sind wir dann wohl die größte Jugendabteilung in Westfalen“, sagte HSG-Jugendwart Raimund Giacuzzo zu Beginn einer Pressekonferenz, bei der Vertreter beider Vereine sowie Thomas Pätzold von der Mendener Bank und Marie Geers von den Stadtwerken, die große Unterstützung verspechen, dieses Projekt vorstellten.
„Wir decken den männlichen und weiblichen komplett Bereich ab – von den Minis bis zur A-Jugend“, kann sich Giacuzzo durchaus vorstellen, dass unter dem Dach der JSG 26 bis 30 Mannschaften um Punkte spielen werden. „Diese Abteilung wird an die 500 Kinder umfassen, wir sind dann in allen Altersklassen mindestens doppelt besetzt.“
Natürlich steht der Leistungssport an erster Stelle, und natürlich möchte man auch weiterhin die A-Jungen in der Bundesliga sehen. Aber es geht auch um den Breitensport und um Kindergruppen, durch die der künftige Verein sich für die Zukunft aufstellen möchte. „Das ist wichtig für den Fortbestand eines Vereins. Aber wir dürfen dabei gesellschaftliche Strömungen nicht vernachlässigen und müssen bedenken, dass andere Vereine, auch aus andere Sportarten, darum bemüht sind, Kinder für ihren Sport zu begeistern“, erklärte Tom Hertwig vom HSG-Förderverein Beweggründe, warum man diesen Weg mit den Schwittenern gehen möchte. „Eigentlich sind wir schon durch den demografischen Wandel dazu gezwungen.“
Bereits seit einem halben Jahr laufen die Gespräche zwischen beiden Vereinen, und es war in beiden Lagern reichlich Überzeugungsarbeit nötig. Aber auch in Schwitten hat man die Zeichen der Zeit erkannt. Sieht man doch ebenfalls die Möglichkeit, leistungsorientierten Handball bei vergrößerten Trainingsmöglichkeiten anbieten zu können.
Gut möglich, dass die jetzt vereinbarte Spielgemeinschaft Vorreiter für eine komplette Fusion beider Rivalen ist. Aber solchen Gedanken erteilte TVS-Präsident Stephan Rohe eine eindeutige Absage. „Wir wollen – Stand heute – die Ortsderbys bei dem Senioren auf jeden Fall beibehalten“, stellte der Schwittener unmissverständlich klar.
Übrigens: Einen Beinamen hat die JSG Menden Sauerland bereits. „Die Wölfe sind in Menden heimisch“, sagte Tom Hertwig plakativ – und versprühte die Zuversicht auf das Gelingen der Kooperation der beiden Stadtrivalen im Bereich des Nachwuchses.



